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Samba in Herpf!

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Thüringens Winterolympioniken kicken für einen guten Zweck und überraschen mit erstaunlichen Fähigkeiten am Ball. Der Erlös kommt „Freies Wort hilft“ zugute.

Pässe in die Schnittstelle der Abwehr, effektive Chancenverwertung, Traumtore und jede Menge Leidenschaft. All das, was die millionenschweren Stars der deutschen Fußball-Nationalmannschaft vor Kurzem so derart vermissen ließen, gab es am Samstag im Herpfer Waldstadion in geballter Form zu sehen. Mit 6:2 entschieden die WinterOlympioniken den Kick zugunsten von „Freies Wort hilft – Miteinander – Füreinander“ am Ende deutlich für sich. Dabei trumpfte allen voran Biathlet Erik Lesser, der in Pyeongchang Bronze mit der Staffel gewann, als dreifacher Torschütze auf. Doch auch, wenn das Ergebnis relativ eindeutig klingt, so kam die SG Herpf/Helmershausen, die mit einer gemischten Mannschaft aus Akteuren des aktuellen Kaders der Landesklasse, Spielern aus der zweiten Garde und der Altherrenmannschaft an den Start gingen, zu einigen viel versprechenden Chancen. Und so waren die Zuschauer und Mitglieder des Vereins am Ende zufrieden mit ihren Jungs. Denn sie wussten: Die, die da auf dem Platz standen, haben alles gegeben.

Toller Erlös

Sowohl die Wintersportler, als auch die Fußballer spulten an diesem letzten Juni-Samstag etliche Kilometer runter. Auch, wenn am Ende keine Trophäe aus 18-karätigem Gold auf die Protagonisten wartete. Dafür die Gewissheit, dass dieses Spiel unverschuldet in Not geratenen Menschen helfen wird. Insgesamt kamen bei diesem Kick zirka 11500 Euro zusammen. Darin enthalten sind 7000 Euro Sponsorengelder. Der Rest kommt aus den Einnahmen durch das Spiel sowie der Versteigerung der Trikots, die teilweise für über 300 Euro glückliche Abnehmer fanden, zusammen. „Das ist ein tolles Ergebnis. Die Veranstaltung war spitze. Das haben wir in der Art und Weise noch nicht erlebt. Vor allem die Versteigerung der Trikots, die zu solch immens hohen Preisen an den Mann gingen, ist bislang einmalig“, sagte ein überaus glücklicher Kersten Mey, Vorsitzender des Hilfswerkes. Unter strahlend blauem Himmel legten zunächst die Akteure in Rot auf dem mit dem ein oder anderen Kleeblatt und Gänseblümchen gespickten, WM-würdigen Rasen los wie die Feuerwehr. Zwei Kopfbälle nach Ecke verfehlten jeweils nur knapp das von Christoph Völker – stand einst im Tor der ersten und zweiten Mannschaft des FC Steinbach-Hallenberg – gehütete Gehäuse. In der Folge kamen die in schneeweiß gekleideten Olympioniken immer besser in die Partie. Dabei machte das Team trainiert von Siegmar Schuckay, der lange Zeit als Coach des FC Steinbach-Hallenberg an der Außenlinie stand, lehrbuchhaft breit und ließ die Roten laufen. Mit Erfolg: In der 18. Minute brachte der ehemalige Skilangläufer Jens Filbrich den Ball in den Sechzehner der Gastgeber. Im Gewühl um das Leder behielt Lesser den Überblick und netzte eiskalt ein. Doch auch die Herpfer blieben gefährlich. Allerdings fehlten oftmals die berühmten Zentimeter oder Völker brachte die Herpfer á la Manuel Neuer anno 2014 zur Verzweiflung. Die Olympioniken blieben dagegen weiterhin äußerst souverän in ihren Aktionen.

Der weiße Brasilianer

Vor allem Lesser verdiente sich an diesem Tag zurecht den Spitznamen des weißen Brasilianers. Der Mittelfeldmotor sprintete bei Ballverlust vom gegnerischen Sechzehner bis zur Eckfahne in der eigenen Hälfte, und präsentierte technische Leckerli bei denen jeder Gourmet des runden Ballsports auf seine Kosten kam. Noch in der ersten Hälfte bauten die Olympioniken die Führung auf 4:0 aus. Neben Johannes Ludwig (37.) traf Lesser noch zweimal (41./45.). Besonders sehenswert: Der Treffer zum 3:0. Ein halbhoch in die Ecke geschlenzter Ball. Woher diese ungeahnten Fähigkeiten am Ball kommen? „Die WM-Spiele der Deutschen waren genug Motivation, um das besser zu machen“, sagt der nicht um den ein oder anderen lockeren Spruch verlegene Lesser.

Der zweite Durchgang begann kurios. Plötzlich standen auf Seiten der Wintersportler samt Skilangläuferin Victoria Carl zwölf „Mann“ minutenlang auf dem Platz. „Ja… Fischi (Anm. d. Red.: Sven Fischer) und ich hatten da eine kleine Wette laufen, wie lang es wohl dauert, bis das auffällt. Das ist natürlich nicht ganz regelkonform, aber bei so einer Gaudi-Veranstaltung kann man da sicherlich mal ein Auge zudrücken“, sagte LandesklasseSchiedsrichter Enrico Schmidt aus Meiningen nach dem Abpfiff. Immerhin gelang den Herpfern in dieser Phase der „Unterzahl“ der Anschlusstreffer durch Florian Hofmann (46.). Doch anschließend rückten die Olympioniken von Trainer Schuckay, um Lesser und Co auch als „Jogi“ bekannt, die Verhältnisse wieder zurecht. Skilangläufer Marc-Pascal Kirchner (63.) und Biathlet Philipp Horn (65.) erzielten die letzten Treffer auf Seiten der Schneeweißen. Immerhin blieb dem Gastgeber in Form von André Hirsch der letzte Treffer vergönnt (67.).

Erik Lesser für Herpf?

„Das war eine absolut gelungene Veranstaltung. Das Wetter hat wunderbar mitgespielt und auch fußballerisch haben viel geboten bekommen. Wir haben uns richtig gefreut, dieses Benefizspiel austragen zu dürfen“, so der Präsident des Herpfer SV 07, Daniel Blümke, der Lesser übrigens noch fragen wollte, ob er sich nebenbei ein bisschen Vereinsfußball vorstellen könne. Seien Sie versichert: Die Redaktion bleibt dran. Quelle: Freies Wort (Carsten Jentzsch)

 

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