Mike Noack im Interview über die Hinrunde

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Cheftrainer Mike Noack zieht im Interview ein Fazit der Hinrunde. Er spricht mit uns über die erste Hälfte der Saison, die Zielsetzung für das neue Jahr und über die Entwicklung der Mannschaft.

Hallo Mike, nur 3 Siege aus 14 Spielen. Alles andere als zufriedenstellend. Wie fällt dein Fazit zur Hinrunde aus?

Mein Fazit fällt nicht ausschließlich negativ aus. Sicher, gemessen am Punktestand kann man nicht zufrieden sein. Das haben wir uns alle anders vorgestellt. 12 Punkte sind eine ganz schlechte Ausbeute, da kann man nichts beschönigen. Aber sie widerspiegeln nicht die Leistungen, die die Mannschaft in weiten Teilen der 1. Halbserie gebracht hat.

Letzte Saison mit 21 Punkten auf Platz 10 zur Winterpause. Nun Platz 12 mit 12 Punkten. Hättest du das (eine Verschlechterung) vor dieser Saison auch nur ansatzweise für möglich gehalten?

Wir haben zwar noch ein Spiel weniger, aber die 21 Punkte in der letzten Saison waren schon nicht berauschend, 12 in diesem Jahr natürlich erst recht nicht. Nachdem unsere Rückrunde im vergangenem Jahr mit 17 Punkten auch schon ein Rückschritt waren, sind es nun nochmal weniger Punkte. Somit ist der Trend eindeutig und da sollte man auch nicht die Augen davor verschließen. Von daher war mir klar, dass es eine schwere Saison wird. Unser Hauptproblem ist unsere schlechte Chancenverwertung. Spielerisch meist auf Augenhöhe, schaffen wir es einfach nicht, selbst klarste Chancen zu nutzen. Das zieht sich wie ein roter Faden durch. Zudem konnten wir unsere Mannschaft nicht so verstärken, wie erhofft. Mit Stefan Kämmer hat sich der Torjäger der letzten Jahre etwas zurückgenommen, Chris Hebstreit konnte bisher nicht an die prima Rückrunde des letzten Jahres, als er 8 Tore erzielte, anknüpfen. Mut machen die Youngster Lukas Fuchs und Eric Röll, der nach seinem 2. Kreuzbandriss sich wieder zurückgekämpft hat.

Nur 17 Tore. Dies ist der 3. schlechteste Wert der Liga. Auffallend vor allem die schlechte Chancenverwertung. Ich denke da z.B. an die Spiele in Steinach und Waltershausen. Gibt es dafür eine Erklärung?

Ja, das ist unser Hauptproblem. Da brauchen wir nicht nur an diese beiden Spiele denken, da fallen mir sofort weitere Beispiele ein. Wir haben so viele völlig unnötige Niederlagen kassiert. Das ging schon im Heimspiel gegen Meiningen los, als wir in der letzten Minute das 1:2 kassieren. Da haben wir aber auch nur eine halbe Stunde Fußball gespielt und das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Die Niederlagen gegen Suhl, Ohrdruf und Waltershausen ebenfalls, weil wir vor den Gegentoren längst selbst in Führung gehen mussten. Erst recht in Steinach, das Endergebnis spottet jeder Beschreibung. Sonneberg schießt den Ausgleich in der 93. Minute, als wir schon gedanklich in der Kabine waren. Die eigentlich schwächsten Spiele wie gegen Brotterode oder auch Kaltennordheim dagegen haben wir gewonnen.

Was stimmt dich zuversichtlich, dass die Mannschaft in der Rückrunde die Kurve kriegt? Worauf wird es noch ankommen?

Erstens haben die fehlenden Erfolgserlebnisse an der Moral keinen Schaden angerichtet. Die Mannschaft ist willig und motiviert, die Zusammenarbeit macht nach wie vor Spaß. Die Vorgaben des Trainerteams versuchen die Spieler stets umzusetzen, mal gelingt es mehr, mal weniger. Optimistisch stimmt mich, dass irgendwann der Knoten platzen muss. Wir haben die nötige Qualität, das haben wir in vielen Spielen bewiesen. Ich kann kein Spiel finden, indem wir chancenlos waren. Wir können es jeder Mannschaft richtig schwer machen. Aber Fußball ist ein Ergebnissport, da nutzen am Ende des Tages nicht das Lob des Gegners oder viele gute Ansätze. Deshalb warne ich auch davor, darauf zu warten, dass sich alles von allein ergibt. Es sind schon in jeder Liga Mannschaften abgestiegen, die sich selber nicht im Kreis der entsprechenden Kandidaten gesehen haben.

Sicherlich ist und kann nicht alles schlecht sein. Wie beurteilst du allgemein die Entwicklung der Mannschaft?

Das ist ja vielleicht das Überraschende, dass ich trotz des miserablen Punktestandes mit der Entwicklung der Mannschaft und unserer Spielweise nicht unzufrieden bin. Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, uns spielerisch weiterzuentwickeln. Das heißt, selbst die Initiative zu ergreifen und Lösungen gegen defensive Gegner zu haben. Da sind wir schon ein Stück vorwärts gekommen. Das wir gut und schnell umschalten können, wissen wir und wir wollten taktisch flexibler werden. Hier musste ich einsehen, dass manche mannschaftstaktische Aufstellung nicht so zielführend war wie erhofft. Aber ich denke, wir sollten weitermachen und über das Training versuchen, auch im letzten Drittel und in den letzten beiden Aktionen, der unmittelbar torvorbereitenden und der Abschlussaktion noch konzentrierter und zielstrebiger zu werden. Gleichzeitig müssen wir aber auch defensiv die Kompaktheit hinbekommen, dass wir die Zahl der Gegentore minimieren. Im Zentrum steht dabei das individualtaktische Abwehrverhalten. Wir produzieren einfach zu viele Standards gegen uns, dass müssen wir besser lösen. Und auch die individuellen Aussetzer, die es durchaus gab, müssen abgestellt werden.

Wie sieht der Winterfahrplan aus, Trainer? Was ist konkret vorgesehen?

Ich habe ein anspruchsvolles Vorbereitungsprogramm zusammengestellt. Wir werden in einer fast 6-wöchigen Vorbereitung die Grundlagen in jedem Bereich für eine erfolgreichere Rückrunde legen. Das wird auch mal hart, die Physis ist eine entscheidende Komponente. Wir, mein Co-Trainer Alexander Schmidt und ich, werden versuchen, auch innovativ im konditionellen Bereich zu arbeiten. Ich bin sehr froh, einen solch motivierten und loyalen Partner wie den Alex an meiner Seite zu haben. Und dann haben wir 5 Vorbereitungsspiele vereinbart, die mit Martinroda und Geratal auch 2 Verbandsligisten parat halten. In den Testspielen werden wir weiter versuchen, unsere Philosophie zu festigen und dann auch in entsprechende Torerfolge umzumünzen. Da bin ich optimistisch, dass sich unsere Offensivabteilung weiterentwickelt.

Wer ist deiner Meinung nach der heißeste Anwärter auf die Meisterschaft?

Ich sehe auf Grund der entsprechenden Qualität im Kader die Sonneberger und Borscher vorn. Weil auch Ohratal über enorm viel Qualität verfügt, habe ich sie auch noch nicht ganz abgeschrieben.

Vielen Dank für dieses aufschlussreiche Interview Mike!

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